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US-Hypothekenkrise bremst Weltkonjunktur und überfordert EZB

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Die sich weiter verschärfende US-Immobilienkrise lässt die Finanzmärkte nicht zur Ruhe kommen, auch ist noch kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Die Auswirkungen dieser Krise betreffen dabei nicht nur den Banken-Sektor, sondern beeinflussen mittlerweile auch andere Wirtschaftsbereiche.

 

So hat sich die Stimmung der Unternehmen im September spürbar verschlechtert, Das Ifo-Geschäftsklima sank von 105,8 auf 104,2 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit 19 Monaten. Zugleich verschlechterten sich das US-Verbrauchervertrauen und die Zahl der US-Hausverkäufe weiter.

 

Der wichtigste Frühindikator für die künftige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, die repräsentative Ifo-Umfrage bei 7000 Unternehmen, zeigt, dass die Unternehmen sowohl ihre gegenwärtige als die zukünftige Lage deutlich schlechter beurteilen als im August. Es ist nunmehr unbestritten, dass das rasante Wachstumstempo des vergangenen Jahres nicht mehr erreicht werden kann.

 

Wegen der allgemeinen Unsicherheit über die Weltkonjunktur wird ein Nachlassen der Investitionsneigung bei den Unternehmen wahrscheinlicher. Der starke Euro verteuert die Exporte zusätzlich. Gleichzeitig sinkt die Importnachfrage, insbesondere aus den USA. Der Euro war am 25. September mit 1,4162 auf einen neuen Rekordstand zum US-Dollar geklettert. Schlechte Konjunkturdaten aus den USA und das gesunkene Verbrauchervertrauen in den USA haben den Dollar auf den tiefsten Stand seit November 2005 sinken lassen. Der Index des New Yorker Conference Board sank von 105,6 auf 99,8 Zähler.

 

Trotz aller Liquiditätsspritzen bekommt die Europäische Zentralbank (EZB) den Geldmarkt nicht in den Griff. Bei ihrem einwöchigen Hauptrefinanzierungsgeschäft, bei dem sie am 25. September 190 Mrd. € in den Markt gab, lag der gewogene Durchschnittszinssatz so weit über dem Leitzins wie seit Einführung des Euro 1999 nicht. Die Banken zahlten im Schnitt extrem hohe 4,29 Prozent bei einem Leitzins von 4,0 Prozent. Bemerkenswert ist auch, dass sich der Zins für Dreimonatsgeld mit 4,73 Prozent hartnäckig nahe am Sechsjahreshoch bewegt.

 

Die EZB versucht bereits seit Wochen mit aller Kraft, die Geldmärkte zu beruhigen. Es ist ihr bravourös gelungen, eine offene Finanzkrise mit gravierenden Folgen für die Weltbörsen zu verhindern, dennoch blasen ihr unverändert kräftig und stetig die Herbststürme ins Gesicht. Die Geldmärkte werden sich vorerst nicht entspannen. Das zeigen die Terminkontrakte für Dreimonatsgeld: Der Dezember-Euribor nimmt einen - nochmals kräftig höheren - Zinssatz von 4,59 Prozent vorweg.

 

Als Fazit muss deshalb leider festgestellt werden: Die Geldmärkte verharren bis zum Jahresende bestenfalls weiter auf dem derzeitig angespannten Niveau. Damit besteht die Gefahr, dass die Kreditinstitute, die am Interbankenmarkt kaum noch Liquidität erhalten, in Schieflage geraten können. Dies und die hohe Wahrscheinlichkeit, dass alle Banken ihre Kreditkonditionen erheblich verschärfen könnten, würde die Welt- wie auch die Binnenkonjunktur noch mehr beschädigen.

 

© Akademie für Welthandel, September 2007