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Lernen, Arbeiten und Wissen managen mit Lern- und Wissensnetzen

eLearning 3.0: Lösungen für die Wissensgesellschaft

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Drei, zwei, eins - meins, so lautet der Slogan einer bekannten Online-Plattform zum Kaufen und Verkaufen. Solche Dienste im Internet mit von Nutzern getragenen Inhalten fallen unter den Begriff Web 2.0. Social software wird hierbei eingesetzt, um Nutzer untereinander zu vernetzen und Kommunikation und Kollaboration im Internet zu ermöglichen. Bekannte Beispiele sind Wikis, Blogs, soziale Onlinenetzwerke wie Xing aber auch virtuelle Welten wie Second Life.

 

Gerade fangen wir an uns an die Elemente des Web 2.0 zu gewöhnen. Sie erhalten Einzug in unsere Unternehmen und wirken sich verändernd auf die Arbeits- und Kommunikationskultur aus. Doch nichts ist so stetig wie der Wandel. Eben spricht man von Enterprise 2.0, da stehen Web 3.0 oder eLearning 3.0 schon vor der Tür. Was ist damit gemeint und wie sehen brauchbare Lösungen für den Anwender orientierten Einsatz in der Wissensgesellschaft aus?

 

Grenzen Web 2.0

Der Kunde auf der eingangs erwähnten Plattform mag zufrieden mit dem Ergebnis seiner Suche sein, solange die angebotenen Suchkriterien mit den Stichworten übereinstimmen, die er eingibt, solange er präzise benennen kann, wie der Gegenstand heißt den er kaufen möchte und das Angebot überschaubar ist.

 

Das Web 2.0 hat aber seine Grenzen. Denn es wird immer unübersichtlicher und schwieriger, bei den rasant wachsenden Datenmengen im Internet das Passende zu finden. Kaum jemandem geht es nicht so, dass er in Google etwas sucht und auf seinen Suchbegriff 180.000 Ergebnisse erhält, dessen Qualität er mühevoll beurteilen muss, um schließlich entnervt offline zu gehen.

 

Auch diejenigen, die das Web 2.0 für kollaborative Arbeitsprozesse oder für das informelle Lernen nutzen stoßen an ihre Grenzen, wenn Blogs und Wikis unübersichtlich werden und der zeitliche Aufwand nicht zum gewünschten, Ziel führenden Ergebnis beiträgt.

 

Hoffnung Web 3.0

Hoffnung verspricht das Web 3.0, welches sich aus Web 2.0 und semantischer Information zusammensetzt. Folgende Bedürfnisse hat der Nutzer des Internets: Schnell, zielsicher sowie Kosten sparend zum gewünschten Suchergebnis (Information, Wissen) zu kommen, welches von großem, persönlichen Nutzen ist.

 

Im Web 3.0 erhalten Daten Zusatzinformationen in Form von Zeichen oder Text, welche die Eindeutigkeit eines Begriffes wieder geben. Diese Erweiterung um Maschinen lesbare Daten - d.h. Informationen werden von Maschinen verstanden, interpretiert und miteinander in Beziehung gesetzt oder verknüpft - nennt man Semantic Web. Es lassen sich so ganze Netze darstellen, die inhaltliche Beziehungen zwischen logisch miteinander verknüpften Begriffen mit zugewiesenen Eigenschaften wieder geben.

 

Die Vorteile liegen auf der Hand. Bei Suchanfragen erhöht sich die Trefferrelevanz und Uneindeutigkeiten lassen sich ausschließen. Die Bewertung von Informationen wird möglich, denn das Web 3.0 hat ein hochpräzises Antwortverhalten, welches Sinnzusammenhänge in den Mittelpunkt stellt. Anstatt unzähliger Suchergebnisse erhält der Nutzer einfach eine Antwort oder persönlich auf ihn zugeschnittene Angebote.

 

Noch ist das Web 3.0 in Entwicklung. Im Forschungsprogramm Theseus der Bundesregierung werden Basistechnologien und Anwendungsfälle für ein Internet der Dienste erforscht und erprobt. So könnte z.B. zukünftig dem Lerner das individuell auf ihn zugeschnittene Training an seinem Ort der Wahl zum gewünschten Zeitpunkt unter Berücksichtigung seiner Vorkenntnisse passend zu seinem finanziellen Budget angeboten werden. Und darüber wird dann auch der Trainingsanbieter erfreut sein, wenn er im Dschungel bundesdeutscher Weiterbildungsdatenbanken gefunden wurde.

 

Lösung eLearning 3.0

Dennoch gibt es schon eine bisher einzigartige eLearning 3.0 Anwendung, die die Vorteile semantischer Technologie für das Lernen einsetzt. Die Akademie für Welthandel AG (afw) aus Frankfurt hat ein Lern- und Wissensnetz zusammen mit den Technologiepartnern intelligent views gmbh, medialabor GmbH und sitewaerts GmbH entwickelt.

 

Ursula Kunze, Leiterin Produktentwicklung bei der afw fasst die charakteristischen Eigenschaften des Lernprogramms zusammen: "Das afw-Lern- und Wissensnetz kann individuell auf Vorkenntnisse, Lernziele und Lernverhalten (Lerntyp) des Lerners eingehen. Der pädagogische afw-Lernansatz unterstützt dabei auch die Lernprozesse im Gehirn und der Lerner darf seine eigene Lernstrategie entwickeln. Mit Hilfe semantischer Strukturen werden Zusammenhänge zwischen Themen aufgezeigt, aber auch punktgenaues, geführtes Lernen (z.B. Prüfungsvorbereitung) über einen Trainingsassistenten ermöglicht. Unterschiedliche Sichtbarkeiten erlauben Anfängern und Experten gleichzeitiges Arbeiten im selben Netz. Lerninhalte werden als mediengerechte "Wissenshäppchen" praxisorientiert angeboten. Elemente des Web 2.0 erfassen Feedback oder neue Anforderungen der Lerner. Ein integriertes Auto-rentool für die adhoc Online-Bearbeitung der Lernmedien durch ein Redaktionsteam erweitert die Funktionalität. Hierüber wird die Qualität des Lernprogramms ständig verbessert und die Lerninhalte wachsen an den Bedürfnissen der Kunden."

 

eLearning 3.0 steht für Dynamik und Flexibilität im eLearning und orientiert sich an den Anforderungen der Wissensgesellschaft. Die afw hat bereits zwei Netze für berufsbegleitend Lernende in der Fach- und Führungskräfteausbildung im Einsatz. Ein Lern- und Wissensnetz ist praktisch in jeder Lernsituation und am Arbeitsplatz einsetzbar, d.h. Lernen, Arbeiten und Wissensmanagement kann ideal miteinander verbunden werden. Lerninhalte und Netzkonfiguration sind an unternehmensrelevante Wünsche und Inhalte anpassbar.

 

Ausblick

"Die Herausforderungen von Web 3.0 und eLearning 3.0 liegen im Umgang mit Informationen und Wissen sowie in der Gestaltung von Lernumgebungen" resümiert Ursula Kunze. "Die Komplexität von Informationen ist zu reduzieren, damit sie für den Anwender erfassbar und nutzbringend wird. Wir müssen umdenken von linearen zu vernetzten Strukturen. Lern- und Wissensnetze gehen weg von geschlossenen Curricula, erlauben Freiheiten beim Lernen und fördern die Selbstlernkompetenz. Das erfordert eine neue Lernkultur bei Unternehmen und Mitarbeitern, die Lernen und Wissen positiv besetzt und zum Mitmachen auffordert."

 

© Februar 2009, Akademie für Welthandel, Frankfurt am Main