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Aufsteiger - Chinas Erfolg hat Nachahmer

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Chinas Erfolg hat Nachahmer: Brasilien, Indien und Russland sind Staaten mit ähnlichen Wirtschaftsentwicklungen. Die so genannten BRIC-Staaten kämpfen bald mit Deutschland um denselben Platz in der Rangliste der Weltwirtschaftsmächte wie jetzt China.

 

Brasilien konnte nach einer Abschwächung zu Beginn des Jahrtausends sein Wirtschaftswachstum erheblich steigern. Für das laufende Jahr schätzt es der Internationale Währungsfonds (IWF) auf 4,4 und das kommende Jahr auf 4,2 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf soll dann bei 6500 US-Dollar liegen. Als Öl-Exporteur profitiert der Staat von den steigenden Öl-Preisen, als Ethanol-Hersteller von der steigenden weltweiten Nachfrage nach dem alternativen Energieträger. Brasilien kämpft außerdem für eine Lockerung der EU-Exportbarrieren für seine Agrarprodukte, vor allem aber für Zucker.

 

Russland hat sich nach der Bankenkrise 1998 weitgehend erholt und erlebt seitdem eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. Wie in Brasilien, China und Indien ist sie aber regional begrenzt. Die für 2008 geschätzten 5,9 Prozent Wirtschaftswachstum werden vor allem in den Metropolen des Landes erbracht. In ländlichen Regionen ist wie in den anderen BRIC-Ländern die Entwicklung sehr langsam, vielfach verschlechtern sich die Lebensbedingungen gar. Mit geschätzten rund 9500 US-Dollar BIP pro Kopf im kommenden Jahr steht Russland vergleichsweise gut da. Das wäre eine Verdoppelung in weniger als vier Jahren. Die positive wirtschaftliche Entwicklung verdankt sich vor allem aber dem Öl- und Gasexport. Technische Exporte sind Atom- und Militärtechnologien.

 

Indien ist ebenso wie China ein Land, aus dem billige T-Shirts, Hosen und ganze Sortimente von Modehäusern ausgeführt werden. Doch es ist auch Rohstoff- und Software-Exporteur sowie IT-Dienstleister. Weltweit agierende Unternehmen lassen ihre Datenbanken von Indern pflegen. Im kommenden Jahr soll Indiens Wirtschaft um 7,8 Prozent wachsen. Beim BIP pro Kopf schneidet es aber schlechter als China ab - mit geschätzten 942 US-Dollar. Große Bedeutung haben mittlerweile auch weltweit indische Stahl- und Pharmaunternehmen, die Milliarden erwirtschaften.

 

China hat Deutschland zwar fast beim Bruttoinlandsprodukt überholt. Beim BIP pro Kopf steht das Land mit von IWF geschätzten 2300 US-Dollar in diesem Jahr aber eher bescheiden da. Die Kluft zwischen dem Einkommen der Städter und der ländlichen Bevölkerung ist dabei extrem. 2008 soll die Wirtschaft nach Prognosen des IWF um etwa 9,5 Prozent wachsen. Chinas mittelfristige Entwicklung hängt davon ab, wie das Land die negativen Folgen des Erfolgs wie die Umweltverschmutzung und extreme Ungleichheit bewältigen wird. Für eine positive Zukunft spricht freilich die erstarkende Mittelschicht. Mit ihr wächst auch der Absatzmarkt im eigenen Land, wo 2008 rund 1,3 Milliarden Menschen leben werden.

 

© Frankfurter Rundschau, August 2007